Sie sind so schrecklich alt geworden
in ihren Augen kannst Du's seh'n
den all das Fechten, Bluten, Morden
ließ fünfzig Jahre schnell vergeh'n
Die Stimme ihres Vaterlandes
war es, die sie zum Kampfe rief
doch trotz des murrenden Verstandes
saß Stolz und Ehre viel zu tief
Mit Trommelschlag, Trompetenklang
ziehen sie eilig nun voran
Brüderlichkeit und Einheitstracht
doch was bleibt davon
- nach der Schlacht?
Sie sind schrecklich hart geworden
und tragen manche stolze Zier
aus Narben werden bald schon Orden
und aus dem Menschen wird ein Tier
In Donnerhall und Trommelfeuer
mit Tränenklang und Todesglut
da wird der Mensch zum Ungeheuer
und der Verzweiflung weicht der Mut
Mit Marschbefehl und Schießbeschluss
kämpfen sie tapfer bis zum Schluss
Den toten Brüdern wird gedacht
doch noch nicht jetzt, erst
- nach der Schlacht
Sie sind so schrecklich kalt geworden
es brennt kein Seelenfeuer Horden
Unter dem Sturm feindlicher Horden
schmilzt rasend schnell das stolze Heer
Sie weichen weiter, immer weiter
Die Stellung hält bald keiner mehr
Sie waren jung und stolz und heiter
nun sind sie alt und tränenschwer
Mit lahmem Bein und bösen Träumen
sieht man sie die Felder räumen
Es kam der Krieg mit aller Macht
was bleibt ist Stille nur
- nach der Schlacht